Rotkreuzler sind schwer gefragt
Samstag, den 07. April 2007 um 10:53 Uhr
Bereitschaft leistet 32 614 Stunden: Fußball-WM und Papstbesuch parallel zum "Tagesgeschäft"

Kemnath.
(üt) 03.04.2007 "Ich frage mich, wann Sie überhaupt noch zu Hause waren", wunderte sich zweiter Bürgermeister Josef Krauß bei der Jahreshauptversammlung des Roten Kreuzes. 32 614 Stunden haben Bereitschaftsleiter Stefan Uschold und seine Mannschaft im vergangenen Jahr geleistet - und alles rein ehrenamtlich, versteht sich.

Insbesondere die Einsätze bei der Fußballweltmeisterschaft und beim Papstbesuch haben die Kemnather Rotkreuzler gefordert. Im Gegensatz zu vielen anderen BRK-Helfern hat sich die Bereitschaft nämlich nicht nur auf die Versorgung "normaler" Verletzter spezialisiert: In Kemnath ist die "Schnelleinsatzgruppe für gefährliche Stoffe und Güter" stationiert.

Ihr Wissen über atomare, chemische oder biologische Gefahren war nicht nur bei allen Weltmeisterschaftsspielen direkt vor Ort gefragt, sondern vor allem auch im Rahmen der Vorbereitungen und Schulungen vor den beiden Großveranstaltungen. Umso beeindruckender ist es, dass parallel dazu auch das normale "Tagesgeschäft" unbeeinträchtigt weitergeführt wurde: von den Blutspenden angefangen über Ausbildungen und Kurse bis hin zum ehrenamtlichen Einsatz in der Rettungswache oder der Seniorengymnastik.

Fast ein Viertel aller Schichten auf dem Rettungs- und Krankenwagen konnte mit ehrenamtlichen Helfern besetzt werden - in Zeiten immer knapper werdender Kassen eine große Hilfe, denn nach wie vor weigern sich Krankenkassen, dem BRK die Kosten für den Rettungsdienst zu erstatten. Über 200 000 Euro fehlen dem Roten Kreuz deshalb im Landkreis.

Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen könnte eine schnelle Hilfe im Notfall vermutlich kaum noch sichergestellt werden, betonte Kreisgeschäftsführer Holger Schedl. Kreisbereitschaftsleiter Michael Heldwein konnte all dies nur unterstreichen. Umso wichtiger sei es, künftig das Ehrenamt besser zu fördern und diese wertvolle Arbeit mehr zu honorieren.

Zumindest einen kleinen Dank überreichte Heldwein gemeinsam mit Bürgermeister Josef Krauß an Dagmar König, Susann Stahl, Michaela Weber, Beate Gmelch, Markus Heining, Benjamin Bienert, Michael Busch, Thomas Fütterer, Harald König, Patrick Uschold, Christian Stahl, Miriam Weber, Florian Hösl, Andreas Schiedlofsky, Veronika Krauß und Erwin Popp. Für die fleißigen Helfer bei den Großeinsätzen gab es eine Urkunde und eine Anstecknadel zur Erinnerung.

Bei so vielen einsatzfreudigen Vorbildern ist es kein Wunder, dass selbst die Rotkreuz-Jugend schon stattliche 860 Stunden vorzuweisen hat. Nachwuchssorgen dürften damit zumindest in naher Zukunft ein Fremdwort für die Bereitschaft bleiben: Sie kann sich also voll und ganz und ohne Sorgen den neuen Herausforderungen widmen.

Quelle: Der neue Tag
 
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